Bau des Klappbettes

Ein Modell muss her

Wie einleitend schon beschrieben, hatten wir uns vorgenommen, ein ausziehbares Klappbett zu konstruieren und in unseren Bus einzubauen. Die Idee anschließend am Computer in ein 3D-Modell zusammenzufassen scheiterte zunächst aber an den nicht vorhandenen Programmen und der mangelnden Übung. Um unsere Konstruktion dennoch vorab „testen“ zu können, haben wir kurzerhand ein Modell im Maßstab 1:10 gebaut. Dies hat sich im Nachhinein als sehr sinnvoll erwiesen, da wir dadurch einige Ideen testen konnten, um die aus unser Sicht beste Konstruktion am Ende zu bauen.

Der Lattenrost

Das Herzstück eines Bettes ist natürlich der Lattenrost. Die Idee eines ineinander verschiebbaren Lattenrostes kam uns durch das Gästebett „Hemnes“ von Ikea. Auch hier wird aus einem Einzelbett durch Ausziehen eines zweiten Teils ein Doppelbett. Die Dimension des Bettes ist allerdings für den Bus etwas zu groß. Also hieß es auch hier wieder improvisieren. Grundlage bilden jetzt zwei 70x200 Lattenroste von Ikea (Kostenfaktor zusammen 20€, und damit wahrscheinlich deutlich günstiger als gebogene Latten einzeln zu kaufen).

Damit wir die Latten flexibel nutzen konnten, mussten erst einmal die Stoffbänder ab. Schließlich wollen wir die beiden Lattenroste am Ende ineinander verschieben können. Das haben wir mit einem alten Werkzeugmesser und einer Flachrundzange bewerkstelligt.

Die Unterkonstruktion

Mit zwei Lattenrosten ist es natürlich nicht getan; diese müssen irgendwo aufliegen. Also haben wir einen Rahmen aus Fichtenholz gebaut. Dazu dienen vier 2m lange 34x34mm Kanthölzer für die Längsseiten. Zur Stabilität und als Führung für den Schiebemechanismus kamen noch sechs 70cm lange 18x70mm Latten zum Einsatz. (Kostenfaktor für das Holz 11,50€)

Da wir es leider verpasst haben, von der reinen Unterkonstruktion ein Foto zu machen, haben wir versucht ein 2D-Modell zu zeichnen. Wir hoffen, es ist verständlich...

Der ineinander verschiebbare Lattenrost

Jetzt müssen die Latten auf die Unterkonstruktion. Dafür haben wir diese erstmal provisorisch auf die Unterkonstruktion gelegt.

Auf dem Bild ist nur der untere Teil der Unterkonstruktion sowie eine Längslatte vom oberen Teil zu sehen. Den oberen Teil haben wir erst nach dem „Probelegen“ der Latten gebaut. Die Reihenfolge spielt aber keine Rolle.

Damit die Latten auch im zusammengeschobenen Zustand nicht eng aneinander liegen und der Schiebemechanismus somit (hoffentlich) einfacher funktioniert, haben wir uns dafür entschieden, die Latten mit etwas Spiel ineinander zu verflechten. Um nicht jede Latte mit Schrauben an der Unterkonstruktion befestigen zu müssen, haben wir das vorhin entfernte Band benutzt und die Latten mit einem Abstand von 6,5cm erneut verbunden. Wichtig ist hier, das Band (von unten!) ans Ende der Latten zu tackern und nicht, wie es im ursprünglichen Zustand war, mit einer Entfernung von ca. 10-15cm zur Kante. Das Band nutzen wir nämlich auch dafür, den Lattenrost an der Unterkonstruktion zu befestigen.

Sobald der erste Lattenrost wieder „funktionstüchtig“ ist, werden die Latten vom zweiten Lattenrost auf die Unterkonstruktion (natürlich auch „verkehrt herum“, damit man von unten das Band auf die Latten tackern kann) gelegt. Dabei die Latten miteinander verweben. Da wir leider auch hiervon kein Bild gemacht haben zur Erklärung nochmal eine Modellzeichnung...

Anschließend die ineinander verwobenen Lattenroste drehen und an den Bändern auf die Unterkonstruktion tackern. Damit das Ganze etwas stabiler wird, haben wir den unteren Teil der Unterkonstruktion noch mit einer Abschlussleiste versehen und jeweils die erste Latte festgeschraubt.

Die ganze Konstruktion steht jetzt auf zwei Böcken und optisch sieht es zumindest schon mal so aus, wie wir uns das vorgestellt haben.

Und jetzt wurde es spannend. Funktioniert der Schiebemechanismus?

JA :-)

Der erste Teil unseres Bettes ist fertig. Jetzt fehlen noch die Beine und die Auflage für die Klappkonstruktion, damit man das Bett für die Fahrt nach oben klappen kann...

Der Unterbau

Wie im voraus vermutet, war dies bautechnisch der aufwendigste Teil unser Bettkonstruktion. Der feste Unterbau des Bettes dient einerseits als Auflage für das ausgezogene Bett und anderseits steht darauf der Lattenrost während der Fahrt. Für die Platte haben wir uns, passend zum Rest, für eine Leimholz-Fichtenplatte entschieden.

Der schwierigste Teil war jetzt, die Platte so auszusägen, dass sie mit der Verkleidung abschließt. Einfaches anlegen und abzeichnen funktioniert ja nicht. Hinzu kommt, dass wir ja die Platte auf einer Höhe von ca. 40cm haben wollen. Um nicht einfach drauf los zu sägen und hinterher drei Platten zu brauchen, bis man das gewünschte Ergebnis hat, haben wir als erstes eine Schablone aus Pappe gebastelt. Freihand versucht, den Verlauf der Verkleidung zu zeichnen, ausschneiden und anpassen. So lange bis man ungefähr das gewünschte Ergebnis erzielt hat.

Jetzt die Schablone auf die Holzplatte übertragen und aussägen. So gut wir das halt mit der Stichsäge hinbekommen haben... Dann immer wieder anhalten und optimieren. So gefühlte 10-15 mal haben wir an der ein oder anderen Ecke ausgebessert :-) (In Wirklichkeit waren es glaube ich nur 5-6 Mal...) Dann die Kanten noch ein bisschen anschleifen und fertig ist die Maßplatte.

Unter die Platte haben wir fünf 37cm hohe Kanthölzer als Beine befestigt. Damit die ganze Konstruktion fest mit dem Boden verbunden und dennoch problemlos ein- und auszubauen ist, befestigen wir drei Beine mit Spannhebeln an den Zurrösen im Boden. Das funktioniert super. :-)

Die Lattenrostkonstruktion wird nun mit zerlegbaren Scharnieren an dem Unterbau befestigt. So kann man die ganze Konstruktion beim Ein- und Ausbau in zwei Teile zerlegen und auch die Lagerung ist deutlich platzsparender.

Die Beine

Natürlich müssen auch die Beine klappbar sein, damit diese im hochgeklappten Zustand nicht in den Raum stehen. Für die Beine selber (insgesamt 8 Stück) kamen wieder die 34x34 Kanthölzer zum Einsatz. Die Beine in der Mitte wurden jeweils an den Führungsbretter des Lattenrostes befestigt. Zum Klappen der Beine benutzen wir für die Befestigung einfache Scharniere aus dem Baumarkt.

Ein erster Test zeigt, dass die Konstruktion bis jetzt so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben :-)

Nun noch die vorderen Beine etwas versetzt anschrauben und fertig ist die Bettkonstruktion.

Das fertige Bett

Damit wir am Wochenende endlich das Bett testen konnten, musste noch eine Matratze her. Zwei 70er breite sollten es sein, was sich als gar nicht so einfach heraus stellen sollte. Die Lieferzeit für 70er Matratzen belief sich fast überall auf 3-4 Wochen und wir hatten doch nur noch einen Tag zeit, bis es losgehen sollte. Also haben wir kurzerhand vorerst eine 140er Schaumstoffmatratze (Härtegrad H3) genommen. Diese wollen wir demnächst einfach halbieren, so dass die einzelnen Matratzen auch auf den zusammengeschobenen Lattenrost passen... Aber für einen ersten Ausflug am Wochenende hat es wunderbar ausgereicht.

Zur Befestigung des hochgeklappten Bettes ist am Ende noch eine Belegklampe aus zwei Holzresten geschraubt. So kann die Befestigung (einfache Schot von der Rolle) einfach und fest verzurrt werden.

Nun nur noch die Matratze vor das Bett stellen und auch festbinden und wir sind reisefertig!

Jetzt nur noch Sachen packen, Fahrräder verstauen und einem schönen Wochenendausflug steht nichts mehr im Weg...